05.01.2009
22:33
leipzig
deutschland
mir ist es noch nicht kalt genug

04.01.2009
23:49
leipzig
deutschland
apropos kritiker, die sich korrigieren II
breloers buddenbrooks erneut gesehen. eine szene hatte ich beim ersten mal verschlafen. vielleicht würde das mein urteil ändern?
unwesentlich (chronikerin, die ich bin, chronistin und cholerikerin---hä? paßt hier grad nicht, aber... vermutlich verwirrt mich der nahostkrieg.... jedenfalls schiß... quatsch...schoß mir das eben in den sinn. nojo.)
diesmal mehr auf großaufnahmen, auf mögliche filmische vorbilder (es war einmal in amerika?, forrest gump?, der leopard?) geachtet. vorbilder, für die breloer kein nachbild ist, wenn er sie denn überhaupt hatte.
august diehls rolle war schlichtweg zu klein für seine möglichkeiten, berben hätte mehr zum zug kommen müssen, waschke ist auf den zweiten blick doch nicht ganz schlecht für die rolle, groth, den ich beim ersten mal befreiend fand, eher zu meckerig-laut.
die ausstattung ist natürlich hervorragend. kostüme, kulissen, exzellent. kein zweifel, dass zigarettenfilter damals originalgetreu länger waren als sie heute sind.
aber dennoch, frigider beigeschmack.
wo ist der schmerz zwischen thomas und dem blumenmädchen? warum knistert es nicht mehr zwischen hagenström und tony? warum muss, wenn sich die ehemaligen spielkameraden begegnen, mit rückblenden regelrecht nachgeholfen werden, uns daran zu erinnern, dass sie mal ein schlittenwettrennen hatten, dass sie einst miteinander tanzten?
wunderschön und extrem apart ist mir gerda in erinnerung, gespielt von léa bosco. sie ist weniger sinnlich, strenger, anämischer als nadja tiller in der weidenmann-inszenierung, ein sternenkind - die sekunde, in der ihr nackter hochschwangerer leib von tony abgerieben wird, ist, neben tonys füßen im travemünder sand, eines der wenigen bilder die bleiben.
ein film, in dem film geld steckt, viel eigenlob, viel kenntnis, viel guter willen. ein redlicher film, der keinem mann-leser, keinem geldgeber, keinem mitreder wehtun will. ein prima fernsehfilm.
nur kein funkenflug im kino - und ich war, machen wir uns nix vor, von hoher bereitschaft erfüllt.
zitat des tages: die welt ist ein gefängnis, in dem einzelhaft anzuraten ist, karl kraus
lied des tages: sylvia's song von calla.
unwesentlich (chronikerin, die ich bin, chronistin und cholerikerin---hä? paßt hier grad nicht, aber... vermutlich verwirrt mich der nahostkrieg.... jedenfalls schiß... quatsch...schoß mir das eben in den sinn. nojo.)
diesmal mehr auf großaufnahmen, auf mögliche filmische vorbilder (es war einmal in amerika?, forrest gump?, der leopard?) geachtet. vorbilder, für die breloer kein nachbild ist, wenn er sie denn überhaupt hatte.
august diehls rolle war schlichtweg zu klein für seine möglichkeiten, berben hätte mehr zum zug kommen müssen, waschke ist auf den zweiten blick doch nicht ganz schlecht für die rolle, groth, den ich beim ersten mal befreiend fand, eher zu meckerig-laut.
die ausstattung ist natürlich hervorragend. kostüme, kulissen, exzellent. kein zweifel, dass zigarettenfilter damals originalgetreu länger waren als sie heute sind.
aber dennoch, frigider beigeschmack.
wo ist der schmerz zwischen thomas und dem blumenmädchen? warum knistert es nicht mehr zwischen hagenström und tony? warum muss, wenn sich die ehemaligen spielkameraden begegnen, mit rückblenden regelrecht nachgeholfen werden, uns daran zu erinnern, dass sie mal ein schlittenwettrennen hatten, dass sie einst miteinander tanzten?
wunderschön und extrem apart ist mir gerda in erinnerung, gespielt von léa bosco. sie ist weniger sinnlich, strenger, anämischer als nadja tiller in der weidenmann-inszenierung, ein sternenkind - die sekunde, in der ihr nackter hochschwangerer leib von tony abgerieben wird, ist, neben tonys füßen im travemünder sand, eines der wenigen bilder die bleiben.
ein film, in dem film geld steckt, viel eigenlob, viel kenntnis, viel guter willen. ein redlicher film, der keinem mann-leser, keinem geldgeber, keinem mitreder wehtun will. ein prima fernsehfilm.
nur kein funkenflug im kino - und ich war, machen wir uns nix vor, von hoher bereitschaft erfüllt.
zitat des tages: die welt ist ein gefängnis, in dem einzelhaft anzuraten ist, karl kraus
lied des tages: sylvia's song von calla.
04.01.2009
16:48
leipzig
deutschland
stimmung hell wie schnee
mein selbst verordneter müßiggang, gepaart mit gestaltungstherapie, bekommt mir gut.
euch offenbar nicht, freunde der klirrenden kälte.
ihr klagt über mangelnde aktivität meinerseits. also ob er nicht für den notfall eigene leben hättet, auf die ihr zurückgreifen könnt, oder fernsehgeräte mit seifenopern. schlimmer noch. einige von euch mögen mich lieber neben der kappe als auf dem damm. aber, da wag ich mal eine prognose, das kommt schon wieder. wenn das frische jahr erst mal anfängt zu gammeln und zu faulen.
euch offenbar nicht, freunde der klirrenden kälte.
ihr klagt über mangelnde aktivität meinerseits. also ob er nicht für den notfall eigene leben hättet, auf die ihr zurückgreifen könnt, oder fernsehgeräte mit seifenopern. schlimmer noch. einige von euch mögen mich lieber neben der kappe als auf dem damm. aber, da wag ich mal eine prognose, das kommt schon wieder. wenn das frische jahr erst mal anfängt zu gammeln und zu faulen.
03.01.2009
19:18
leipzig
deutschland
apropos kritiker, die sich korrigieren
siegfried jacobsohn 1911 über hauptmanns "die ratten":
das ist alles dumm, zufällig, unorganisch, unverzahnt, schludrig, geistlos und witzlos.
siegfried jacobsohn 1916 über hauptmanns "die ratten":
wer außer hauptmann könnte sowas erfinden! den blick hat keiner, die hand hat keiner, das herz hat keiner, den mut hat keiner - keiner, der heute lebt.
das ist alles dumm, zufällig, unorganisch, unverzahnt, schludrig, geistlos und witzlos.
siegfried jacobsohn 1916 über hauptmanns "die ratten":
wer außer hauptmann könnte sowas erfinden! den blick hat keiner, die hand hat keiner, das herz hat keiner, den mut hat keiner - keiner, der heute lebt.
03.01.2009
leipzig
deutschland
buddenbrooks
beschlossen, den breloer-film in überlänge, vom fernsehen finanziert, von jessica schwarz kritisiert, nach grober enttäuschung nach dem ersten sehen (im cinestar leipzig, am ersten weihnachtstag) noch einmal zu besuchen. wer weiß, welche unbewußten indoktrinationen da vorher stattfanden.
nojo.
vicky cristina barcelona, den neuen woody-allen-film, habe ich vor einigen tagen, im abstand von zwei monaten, nochmals gesehen und bin ebenso leicht und froh und heiter rausgegangen. allerdings sagte tante uschi, die auf besuch in deutschland ist und mich begleitete, dass dieser film depressiv sei, und dadurch deprimierend. ich war erstaunt. hatte tante uschi einen anderen film gesehen oder hatte sie nur einen anderen zugang?
keiner wird glücklich, sagte sie, niemand hat ein konzept, und alle leben leben, die sie nicht leben wollen. ja aber, sagte ich, vicky, die einen amerikanischen langweiler heiratet, lernt in diesen zwei ferienmonaten in spanien, dass es 1. noch alternativen gäbe, aber dass die 2. für sie nicht in frage kämen. cristina entdeckt sich als fotografin, als libertin, als ab-und-zu-lesbe, und bardem und cruz erleben gigantomanische kreative höhepunkte und die bestätigung ihrer großen, mörderischen, selbstmörderischen liebe. was will man verdammt noch mal mehr?
nojo.
vicky cristina barcelona, den neuen woody-allen-film, habe ich vor einigen tagen, im abstand von zwei monaten, nochmals gesehen und bin ebenso leicht und froh und heiter rausgegangen. allerdings sagte tante uschi, die auf besuch in deutschland ist und mich begleitete, dass dieser film depressiv sei, und dadurch deprimierend. ich war erstaunt. hatte tante uschi einen anderen film gesehen oder hatte sie nur einen anderen zugang?
keiner wird glücklich, sagte sie, niemand hat ein konzept, und alle leben leben, die sie nicht leben wollen. ja aber, sagte ich, vicky, die einen amerikanischen langweiler heiratet, lernt in diesen zwei ferienmonaten in spanien, dass es 1. noch alternativen gäbe, aber dass die 2. für sie nicht in frage kämen. cristina entdeckt sich als fotografin, als libertin, als ab-und-zu-lesbe, und bardem und cruz erleben gigantomanische kreative höhepunkte und die bestätigung ihrer großen, mörderischen, selbstmörderischen liebe. was will man verdammt noch mal mehr?